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Baukammerpreis

 

für herausragende Abschlussarbeiten auf dem Gebiet des Bauingenieur- und Vermessungswesens an den Berliner Hochschulen und der Technischen Universität Berlin  

Die Preisträger älterer Jahrgänge sind hier zu finden.

 

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Mobilitätswende. Steuert Berlin in die Irre? Was in der Verkehrspolitik falsch läuft.

Berlin läuft dann Gefahr, ins verkehrspolitische Chaos abzudriften, wenn Ideologie vor Vernunft- und Realitätssinn rangiert.

Eine europäische Großstadt wie Berlin benötigt eine funktionierende Infrastruktur. Dazu gehört ein zügiger Ausbau des ÖPNV nach einem integrierenden übergreifenden Konzept, d.h. unter Berücksichtigung aller Verkehrsträger (inkl. Seilbahn-Konzept !) und gemeinsam mit Brandenburg. Harmonie zwischen Kfz-Verkehr und alternativer Mobilität muss das Ziel sein. Neben U-Bahn-Ausbau und Straßenbahn-Neubau sollte auch die Radverkehrsinfrastruktur sinn- und rücksichtsvoll erweitert und saniert werden.

Es darf nicht an den Bedürfnissen der Leute vorbeigeplant werden: Es werden immer mehr Autos gekauft als weniger. (Neusten Berichten aus der Senatsverwaltung für Umwelt und Mobilität zufolge ist die Zahl der Pkw von 1.192.550 im Jahr 2017 bei wachsender Einwohnerzahl auf 1.232.866 im letzten Jahr angewachsen!) Das muss man auch in Berlin zur Kenntnis nehmen. Vor unseren Toren entsteht gerade eine Giga-Autofabrik. D.h., die Magistralen, die zentralen Hauptadern der Stadt müssen für den motorisierten Individualverkehr offen bleiben. Hier künstliche Thrombosen durch Fahrstreifenverengungen, Brückenverengungen, Rückbau etc. herbeizuführen hieße zum einen die Abflussgeschwindigkeit des Verkehrs zu behindern und den Verkehrsinfarkt zu fördern, aber auch den Verkehr in die doch eigentlich zu beruhigenden Nebenadern, die Wohnbezirke zu verdrängen. – Genau das, was nicht gewollt ist.

Wenn wir eine lebendige und wirtschaftlich erfolgreiche Metropole bleiben oder werden wollen, dann muss nicht nur der Wirtschaftsverkehr, der Lieferverkehr tadellos und ungehindert durch Schikanen und Blockaden funktionieren. Dann sind Zuteilungen von innerstädtischen Zeitfenstern für Lieferwagen genau der falsche Weg. Dann ist eine Zwangsbeglückung zum Wohle der Ansässigen unter Abwehr der Ankommenden z.B. durch Flaniermeilen, die von den Gewerbebetreibenden sehr kritisch gesehen werden oder durch Abriegeln ganzer Stadtbezirke mit Pollern und Felsblöcken nicht das, was gewollt und sinnvoll ist. Wie sollen Menschen noch eine Stadt lebenswert finden, die ihnen verwehrt, ungehindert mit dem Auto zu ihrer innerstädtischen Wohnung zu gelangen? Wie Einkäufe transportieren? Wie sollen mobilitätseingeschränkte Personen da noch wohnen können? Nur auf Parkbänken sitzen und um die Verkehrssenatorin zu zitieren – „Orte für Bäume, für Bänke und Brunnen“ schaffen, ist sicher löblich. Kiezromantik und Kurstadtatmosphäre dürfen aber in einer lebendigen Metropole nicht der Maßstab sein. Hier muss sich die gute Absicht an der Realität messen lassen. Eine Mobilitätswende darf nicht zu Mobilitätsstillstand führen.

verantwortlich:
Dr.-Ing. Ralf Ruhnau, Präsident der Baukammer Berlin

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