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Preis der Baukammer

 

für besonders gute Abschlussarbeiten auf dem Gebiet des Bauingenieur- und Vermessungswesens an den Berliner Hochschulen und der Technischen Universität Berlin.

 

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Tempo 30 allein reduziert keine Schadstoffe

Vor dem Hintergrund der Inbetriebnahme der letzten Pilotstrecke mit Tempo 30 zur Reduzierung der Schadstoffimmissionen weist die Baukammer Berlin darauf hin, dass nicht die Geschwindigkeit maßgeblich für die Schadstoffreduzierung ist, sondern die Einrichtung einer geschwindigkeitsbezogenen grünen Welle. Tempo 30 führt sicherlich zu mehr Verkehrssicherheit und ist an vielen Stellen sinnvoll. Gleichwohl sind Schadstoffimmissionsreduzierungen nur dann zu erwarten, wenn mit der Geschwindigkeitsregulierung auch eine grüne Welle erfolgt.

 

Gerade beim Anfahren von Pkws an Ampeln erfolgen verbrauchsbedingt hohe Schadstoffimmissionen. Ebenso erfolgen beim Stehen der Pkws ohne Start-Stopp-Automatik unnötige Schadstoffimmissionen. Das Tempo spielt hierbei keine Rolle, da der Verbrauch in Abhängigkeit von der Motorcharakteristik zwischen Tempo 50 und Tempo 30 nur unwesentlich unterschiedlich ist und unter Umständen je nach Motorcharakteristik und Motorart sogar bei Tempo 30 höher liegen kann. Zudem ist zu berücksichtigen, dass bei Tempo 30 die Fahrdauer bezogen auf die jeweilige Strecke im Verhältnis 50 zu 30 länger wird. Im umgekehrten Verhältnis müsste der Verbrauch bei Tempo 30 niedriger sein, um streckenbezogen keine höhere Schadstoffimmission zu bewirken.

 

Unter Berücksichtigung dieser Tatsache hält die Baukammer Berlin es weiterhin für zwingend erforderlich, auf den Hauptverkehrstraßen eine grüne Welle sicherzustellen, wobei im Hinblick auf die Verkehrssicherheit eine Tempobegrenzung durchaus sinnvoll sein kann.

 

Unabhängig hiervon empfiehlt die Baukammer Berlin dringend, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen und attraktiver zu machen. Die aktuellen Baumaßnahmen im Bereich des S-Bahnnetzes zeigen hierbei den Handlungsbedarf. Berlin als wachsende Metropole mit einer Vielzahl von Pendlern bedarf wesentlich attraktiverer und funktionsfähiger öffentlicher Verkehrsnetze. Überfüllte Pendlerzüge, schmuddelige Polstersitze in den S-Bahnen, große Taktfrequenzen bewirken keine Attraktivität, um einen Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr bei den Bürgern zu erreichen.

verantwortlich:
Prof. Dipl.-Ing. Axel C. Rahn
Dr. Peter Traichel

Kein Ding ohne ING. - eine Initiative für den Ingenieurberuf.