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Ihre Altersvorsorge bei der Bayerischen Versorgungskammer ist und bleibt sicher
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie haben vermutlich mitbekommen, dass die Bayerische Versorgungskammer derzeit kritischer Medienberichterstattung im Kontext einzelner US-Immobilieninvestments ausgesetzt ist. Dabei geht es um wirtschaftliche Herausforderungen verbunden mit Verlusten sowie die Auswahl von Projektpartnern und Klagen in den USA. Wir können gut verstehen, wenn diese Berichterstattung Fragen und Unverständnis bei Ihnen aufwirft. Vor diesem Hintergrund ist es uns wichtig, Sie heute persönlich zu informieren.
Die Bayerische Versorgungskammer befasst sich schon seit längerem eingehend mit der Thematik und hat dazu auch Unterstützung bei externen Experten eingeholt. Wir werden diese Investments, die zwischen 2018 und 2020 getätigt wurden, konsequent aufarbeiten.
Eines vorweg: Ihre Altersvorsorge bei der Bayerischen Versorgungskammer ist und bleibt sicher. Keinem einzigen unserer 2,7 Millionen Versicherten werden Leistungen gekürzt.
Breit gestreute Anlagestrategie
Lassen Sie uns an dieser Stelle einen kurzen Einblick in die Anlagestrategie der Bayerischen Versorgungskammer geben. Die Portfolios der Versorgungseinrichtungen werden unter Berücksichtigung von Marktentwicklungen, Anlagetrends und rechtlichen Anforderungen über verschiedene Anlageklassen und Länder breit gestreut. Die Bayerische Versorgungskammer investiert in festverzinsliche Wertpapiere, genauso wie in Aktien. Weitere Investments betreffen die Anlageklassen Private Equity, Forstwirtschaft, Infrastruktur und Immobilien.
Genau diese breite Streuung ermöglicht es uns, das Portfolio global zu diversifizieren. Damit gleichen wir Wertschwankungen in den verschiedenen Anlageklassen aus, sichern stabiles Wachstum und einen langfristigen Vermögensaufbau. Dabei investiert die Bayerische Versorgungskammer auch über Fonds in den Vereinigten Staaten. Denn diese sind noch der wichtigste und größte Markt für Kapitalanlagen.
Niedrigzinsphase erfolgreich gemeistert
Angesichts der Niedrigzinsphase haben wir früh begonnen, die Kapitalanlage umzustellen. Ursprünglich hatten wir über 90 Prozent festverzinsliche Anlagen. Doch als die Verzinsung nach und nach von vier auf unter null Prozent fiel, haben wir den Anteil an Fondsinvestments ausgebaut. Das haben wir mit Erfolg gemacht. In der Niedrigzinsphase konnten wir so gegenüber der früheren Anlagestrategie einen Mehrertrag von zwölf Milliarden Euro erzielen.
Zugleich haben wir sehr früh ein effektives Risikomanagement aufgebaut. Hier ist unter anderem festgelegt, dass Einzel-Immobilieninvestments mit Projektentwicklungshintergrund nur einen sehr geringen Anteil an unseren Gesamtkapitalanlagen ausmachen dürfen. Daher haben sie auch im Falle einer Realisierung von Risiken keine signifikanten Auswirkungen auf das Gesamtergebnis. Wenn Medien also schreiben, dass wir Geld ohne Strategie und jegliches Risikomanagement „verzockt“ hätten, mag das skandalträchtig klingen, hat aber mit der Realität nichts zu tun.
Verlustrisiken bei US-Immobilieninvestments
Dass die Investments in den USA unsere Erwartungen nicht erfüllt haben, hat verschiedenste Gründe. Maßgeblich verantwortlich sind erhebliche Marktverwerfungen. In Folge der Coronapandemie und damit verbundenen Baustopps, hoher Inflation, massiv gestiegener Herstellungskosten und der in den USA besonders signifikant angestiegenen Zinsen kam es zu deutlichen Wertkorrekturen. Dies hat insbesondere Projektentwicklungen in Bedrängnis gebracht. Das betrifft die gesamte Branche und eben auch einen Teil unseres Portfolios. Ein weiterer Grund ist, dass Projektpartner die an sie gestellten Erwartungen nicht erfüllt haben. In der Folge hat die Bayerische Versorgungskammer insgesamt Verlustrisiken im höheren dreistelligen Millionenbereich gegenüber den Gremien sowie der Öffentlichkeit beziffert.
Selbstverständlich schmerzt jeder Euro, den wir verlieren. Auswirkungen auf die Versorgungszusagen gegenüber Mitgliedern, Versicherten und Leistungsempfängerinnen sowie -empfängern können wir jedoch unverändert ausschließen. Hier zeigt sich die Stärke und Robustheit unserer Kapitalanlagestrategie. Einzelne Verluste in unserem breit diversifizierten Kapitalanlageportfolio werden durch Gewinne anderer Investments ausgeglichen.
Rendite des Gesamtportfolios stabil auf Vorjahresniveau
Entscheidend für Sie und Ihre Altersvorsorge ist, welche Rendite unser Kapitalanlageportfolio in Gänze erwirtschaftet. Und hier liefert die Bayerische Versorgungskammer konstante und robuste Erträge. Nach vorläufigen Zahlen hat die kapitalgewichtete Nettoverzinsung 2025 der von der Bayerischen Versorgungskammer verwalteten Versorgungseinrichtungen trotz des volatilen Marktumfelds und der Belastungen durch die US-Immobilieninvestments einen Wert von rund 3,4 Prozent erreicht. Damit liegt sie auf Vorjahresniveau.
Von der Anlagestrategie der Bayerischen Versorgungskammer haben somit auch die Mitglieder, Versicherten und Leistungsempfängerinnen sowie -empfänger der BIngPPV profitiert. Mit Blick auf die Beteiligung Ihres Versorgungswerks an den hier zur Diskussion stehenden US-Immobilieninvestments halten wir zudem fest: Die BIngPPV ist mit einem Anteil von 1,8 Prozent investiert. Um dies in Kontext zu setzen: Bezogen auf die Gesamtkapitalanlage Ihres Versorgungswerks sprechen wir über einen Anteil von 1,3 Prozent (Stand Dezember 2025). Eines ist uns an dieser Stelle besonders wichtig zu betonen: Unsere Versorgungszusagen haben weiter Bestand.
Konsequente Aufarbeitung der Vorgänge
Gleichwohl ziehen wir mit Blick auf die wirtschaftlichen Herausforderungen einzelner US-Immobilieninvestments mit einem Maßnahmenprogramm umfassende Konsequenzen. Ziel ist es, die bereits eingesetzten Investment-, Risikomanagement- und Compliance-Prozesse weiter zu optimieren. So ist beispielsweise geplant, die Auswahl von Partnern zu verbessern. Details dazu finden Sie bei Bedarf auch auf unserer Website.
Wir versichern Ihnen: Hier wird nichts unter den Tisch gekehrt. Es war die Bayerische Versorgungskammer selbst, die proaktiv die Staatsanwaltschaft zur Prüfung einer eventuellen strafrechtlichen Relevanz der Vorgänge eingeschaltet hat. Zudem hat die Bayerische Versorgungskammer arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet. Eine vom Vorstand veranlasste externe Untersuchung hatte zuvor Compliance-Verstöße aufgedeckt.
Weiterhin enge Einbindung der Gremien der einzelnen Versorgungseinrichtungen
Die Rahmenbedingungen im Immobiliensektor bleiben anspruchsvoll und unerfreuliche Entwicklungen lassen sich auch für die Zukunft nicht gänzlich ausschließen. Umso mehr möchten wir Ihnen versichern: Der verantwortungsvolle und sicherheitsorientierte Umgang mit Ihren Beiträgen steht für uns stets an erster Stelle.
Selbstverständlich werden wir die Gremien der einzelnen Versorgungseinrichtungen weiterhin kontinuierlich informieren. Die Ansprechpartnerinnen und -partner Ihrer Versorgungseinrichtung stehen Ihnen jederzeit zur Verfügung. Darüber hinaus möchten wir Sie auf die Websites der Bayerischen Versorgungskammer und der einzelnen Versorgungseinrichtungen hinweisen, auf denen regelmäßig aktuelle Informationen zum Thema transparent bereitgestellt werden.
Als Vorstand der Bayerischen Versorgungskammer danken wir Ihnen für Ihr Vertrauen.
Mit freundlichen Grüßen




