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Breite Unterstützung der Ingenieurverbände für Resolution zu Bauingenieurstudiengängen

Breite Unterstützung der Ingenieurverbände für Resolution zu Bauingenieurstudiengänge

Bayerische Ingenieurekammer-Bau fordert grundständige, breit angelegte Ausbildung im Studium Bauingenieurwesen

München   –  08.06.2015

Mit der Resolution „Bauingenieurstudiengänge“ fordert die Bayerische Ingenieurekammer-Bau eine grundständige, breit angelegte Ausbildung im Studium Bauingenieurwesen. Die zunehmend ausufernde Ausdifferenzierung von Studiengängen muss kritisch hinterfragt werden. Unterstützt wird die Resolution von den Ingenieurverbänden BDB, IfKom, VBI, VDI, VIB, vpi und ZVI.

„Mit der aktuellen Entwicklung in Richtung hochspezialisierter Studiengänge bewegen wir uns fort von breit ausgebildeten, über ein langjähriges Berufsleben flexibel einsetzbaren Bauingenieuren. Für eine nachhaltige Qualifikation unserer Absolventinnen und Absolventen ist eine derartige Entwicklung problematisch“, sagt Kammerpräsident Dr.-Ing. Heinrich Schroeter.  Das gehe teilweise so weit, dass Studenten erst nach dem Studium erfahren, dass sie die Voraussetzungen für den Eintrag in z.B. die Liste der Nachweisberechtigten für Standsicherheit nicht erfüllen und daher nur für einen begrenzten Teil des Berufs überhaupt berufsfähig sind. Deswegen trete die Kammer gemeinsam mit den Ingenieurverbänden diesen Entwicklungen entschieden entgegen, so Schroeter weiter.

Unterstützt und mitgetragen wird die Resolution von den folgenden Ingenieurverbänden:

  • BAB – Berufsverband freischaffender Architekten und Bauingenieure e.V.
  • BDB – Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e.V.
  • IfKom – Ingenieure für Kommunikation e.V. Bayern
  • VBI – Verband Beratender Ingenieure – Landesverband Bayern
  • VDI – Verein Deutscher Ingenieure e.V. – Landesverband Bayern
  • VIB – Verband der Ingenieurbeamten in Bayern e.V.
  • vpi – Vereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Bayern e.V.
  • VSVI – Vereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure in Bayern e. V.
  • ZVI – Zentralverband der Ingenieure im öffentlichen Dienst in Bayern e.V.

Sobald sich weitere Verbände anschließen, wird die Liste ergänzt. Hier die Resolution im Wortlaut:

RESOLUTION
Bauingenieurstudiengänge
Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau fordert eine grundständige, breit angelegte Ausbildung im Studium Bauingenieurwesen.

Die zunehmend ausufernde Ausdifferenzierung von Studiengängen muss kritisch hinterfragt werden.

  • Bei einer Einengung auf ein aktuell diskutiertes, zu eng begrenztes Spezialgebiet des Ingenieurwesens besteht die Gefahr, dass die erworbenen Kompetenzen und die zugehörige Berufsbezeichnung aktuell modisch und perspektivisch nicht tragfähig sind.
  • Derzeit gesellschaftlich diskutierte Attribute der Ergebnisse von Ingenieurarbeit dürfen nicht überwiegende oder gar alleinige Inhalte des Bauingenieurstudiums sein. Eine Spezialisierung von Studiengängen lediglich auf Schlagworte wie z.B. die aktuell positiv besetzten Begriffe „nachhaltig“ oder „ressourcenschonend“ ist weder fachlich sinnvoll noch im Interesse der Absolventinnen und Absolventen.

Der Schwerpunkt im Bachelorstudium muss auf dem Erwerb grundständiger Fähigkeiten und Fertigkeiten der Absolventinnen und Absolventen liegen.

Das Masterstudium dient der vertieften Ausbildung in einem Gebiet des Bauingenieurwesens und befähigt zu einer weiteren Spezialisierung. Es ist keine berufliche Weiterbildung.

Auf der Grundlage einer breit angelegten Ausbildung muss lebenslanges Lernen während der Berufsausübung zur Beherrschung struktureller Wandlungen befähigen.

Hintergrund

(Nur zur Information, nicht Bestandteil der obigen Resolution)

Zunehmend bieten Hochschulen Studiengänge im Bauingenieurwesen mit einem engen fachlichen Spezialgebiet oder einer an Attributen orientierten Spezialisierung über aktuell positiv besetzte Begriffe an: „Bachelorstudiengang für nachhaltiges Bauen“, „Masterstudiengang Ressourcenschonendes Planen und Bauen“ oder ähnliches.

Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau sieht diese zwischenzeitlich immer weiter ausufernden Spezialisierungen als problematisch an. Damit bewegen wir uns fort von breit ausgebildeten, über ein langjähriges Berufsleben flexibel einsetzbaren Bauingenieurinnen und Bauingenieuren. Dies ist umso kritischer, wenn Studiengänge mit aktuellen Themen oder allgemeinen, positiv besetzten Adjektiven versehen werden. Da diese naturgemäß einer Bedeutungswandlung unterliegen, ist dies für eine dauerhafte Qualifikation unserer Absolventinnen und Absolventen problematisch. Damit bewegen wir uns fort von breit ausgebildeten, über ein langjähriges Berufsleben flexibel einsetzbaren Bauingenieurinnen und Bauingenieuren. Dies ist umso kritischer, wenn Studiengänge mit aktuellen Themen oder allgemeinen, positiv besetzten Adjektiven versehen wird. Da diese naturgemäß einer Bedeutungswandlung unterliegen, ist dies für eine dauerhafte Qualifikation unserer Absolventinnen und Absolventen problematisch.

Durch eine punktuelle Betonung von Aspekten, die in üblichen Bauingenieurstudiengängen – zumindestens als Optionen – enthalten sind, wird zudem fälschlicherweise suggeriert, dass in den bisherigen Studiengängen des Bauingenieurwesens Themen wie Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit, usf. nicht oder nicht ausreichend enthalten wären.

Der Schwerpunkt der Ingenieurausbildung muss jedoch weiterhin auf dem Erwerb grundständiger Fähigkeiten und Fertigkeiten der Absolventinnen und Absolventen liegen, ergänzt durch entsprechende Vertiefungsangebote innerhalb der Masterstudiengänge. Eine grundsätzliche positiv zu beurteilende Profilbildung der Hochschulen darf sich nicht im späteren Berufsleben zu Lasten der Absolventinnen und Absolventen auswirken.

Quelle: Bayerische Ingenieurekammer-Bau

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